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Arianna Ferrari: Laborfleisch „Noch nicht marktreif“

Ein neues Interview mit Arianna Ferrari zu Laborfleisch bzw. Clean Meat / In-vitro-Fleisch für das Junge Portal des deutschen Bundestages

In-vitro-Fleisch (Clean Meat) könnte in ferner Zukunft vielleicht ein Allheilmittel sein: Gut für die Umwelt, gut für die Tiere, gut für die menschliche Gesundheit. Wo ist der Haken?

Neben den technischen Schwierigkeiten scheiden sich auch bei den sozialen und ethischen Aspekten die Geister, besonders wenn es um die Mensch-Tier-Beziehung geht. In Deutschland unterstützen einige Tierschutz-Vereine In-vitro-Fleisch, aber andere sind sehr kritisch. Einige Forscher im Bereich der kritischen Tierstudien kritisieren das kulturelle Fleischparadigma. Sie hinterfragen, ob Tiere überhaupt für menschliche Zwecke genutzt werden sollten. Würden Tiere in Zukunft vielleicht nur anders instrumentalisiert?

Man weiß nicht wie die Tiere, denen Stammzellen entnommen werden, leben werden. Werden sie als Stammzellenspender eingesperrt, optimal gezüchtet und irgendwann getötet oder können Tiere dann frei leben, so lange sie ab und zu Stammzellen spenden? Die Zahl der Tiere, die für In-vitro-Fleisch benötigt werden, wird im Vergleich zu normalem Fleisch auf jeden Fall sinken.

Welche Auswirkungen hat In-vitro-Fleisch auf den menschlichen Körper?

Da es ja noch nicht oft konsumiert wurde, kann man das noch nicht erforschen. Die Innovatoren werben damit, dass es gesünder ist, weil es unter sauberen Laborbedingungen und sogar mit zusätzlichen Vitaminen hergestellt werden kann. In den Prototypen wird bisher noch Antibiotika in der Herstellung benötigt, weil die einzelnen Zellen kein Immunsystem haben. Aber langfristig könnte so der übermäßige Einsatz von Antibiotika reduziert werden.

Die gesundheitlichen Auswirkungen würden auch stark davon abhängen, wie viel konsumiert werden würde. Ob es wie normales Fleisch zu Krebs und Herzkreislauferkrankungen führen würde, kann noch nicht untersucht werden. Wie bei jeder neuen Technologie gibt es noch viele Unsicherheiten.

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https://www.mitmischen.de/diskutieren/topthemen/politikfeld_ernaehrung/Fleisch/Arianna_Ferrari/index.jsp

Suchworte: Arianna Ferrari In-vitro-Fleisch Clean Meat Bundestag Interview

ich wurde von Sputnik News interviewt:

„Keine Tiere mehr töten – das wünschen sich Vegetarier und Veganer unisono. Nach Ferrari stehen diese beiden Gruppen der Idee auch sehr positiv gegenüber und zählen zu den aktiven Unterstützern solcher Projekte. Manche würden das Fleisch sogar bedenkenlos essen.

Doch es gibt auch kritische Stimmen aus deren Reihen, merkt Ferrari an. Denn der Motor der Idee hinter Vegetarismus und Veganismus sei es, die „Fleischkultur“ zu kritisieren. Veganismus sei zu einem nicht unwesentlichen Teil auch allgemeiner Ausdruck des Unbehagens gegen tierische Produkte. Das Fleisch ohne Leid aus der „Petrischale“ würde das radikale Potential der Botschaften dieser Strömungen vernichten, indem das Bewusstsein für den tierischen Ursprung bei den Konsumenten schwinden könnte.

Außerdem gebe es selbst bei Perfektionierung der Retortenfleischproduktion eine ganze Reihe praktischer Probleme der Tierhaltung: „Wie werden die Tiere dann leben? Werden sie gezüchtet, um als optimierte Stammzelllieferanten zu leben? Wie werden sie gehalten?“, fragt Ferrari, die als Philosophieabsolventin und Tierethikerin den Wissenschaftlern über die Schulter schaut. Schließlich sei selbst die Entnahme von Zellen aus Tieren für manche Menschen problematisch, da sie trotz allem zu einem Teil mit Leiden verbunden sei.“

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https://de.sputniknews.com/wissen/20180113319042246-fleisch-zukunft-tieren-technologien-industrie/

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